Wiedereröffnung, morgen, 15 uhr.
Hermann Nitsch gestaltet Schrank in Neubau
Für die neue Außengestaltung des Schrankes in Neubau konnte ich Hermann Nitsch gewinnen. Mich verbindet mit ihm eine über mehr als ein Jahrzehnt dauernde intensive Zusammenarbeit, zuletzt an der Bayerischen Staatsoper in München. Hermann Nitsch kehrt mit dieser Arbeit auch an die Anfänge seines künstlerischen Werdeganges zurück: er besuchte 4 Jahre „die Grafische“, die damals noch in der Westbahnstraße beheimatet war. Er ist zudem aber auch ein überaus bibliophiler Mensch: in seinem Barockschloss in Prinzendorf kann er für seine zahlreichen eigenen Texte und Bücher auf eine beachtliche Privatbibliothek zurückgreifen.
Er spendet zudem eine Auswahl von ihm verfasster Bücher und Kataloge. Diese werden im Laufe der folgenden Wochen in den Schrank eingestellt.
Am 5. Februar 2012, um 15 Uhr wird der Schrank der Öffentlichkeit vorgestellt.
Hermann Nitsch ist anwesend.
Selbstverständlich fehlt auch nicht der obligate naturreine Wein aus Prinzendorf.
letzte Schweissarbeiten
Bericht auf konsumentenfragen.at
Es hat mich allerdings 1 Telefonat und 3 emails gekostet, bis in diesem Bericht des Bundesministerium für Soziales usw. erwähnt wird, dass der Schrank eine Privatinitiative ist und nicht der Eindruck entsteht als ob das ein öffentliches Projekt sei. Das ein Bundesministerium ungefragt Bilder von der Homepage verwendet wundert mich dann auch nicht mehr.
Wien heute 20.12.
Um nicht falsch verstanden zu werden: es freut mich wenn die von mir aufgegriffene Idee auch in Wien Früchte trägt. Allerdings ist es eine bodenlose Frechheit, wenn mir die Stadt Wien durch die MA13 und durch das Büro vom Häupl ausrichten lässt, dass die Schränke in Wien entbehrlich sind und kein Interesse besteht. 3 Monate später erfahre ich, dass die MA28 ausdrücklich meinen Schrank im 7ten kopiert, auch um an das von mir finanzierte Projekte anzuschliessen.
Replik auf die Presseaussendung von BV Mickel
Wie BV Mickel per Presseaussendung mitteilt, bleiben meine Rechte auch bei der Errichtung des Schrankes im 8ten gewahrt.
Das ist zu hoffen.
Allerdings teilt mir die MA28 am 15.12. per mail mit: ” …Wir haben daher ihren Entwurf des „offenen Bücherschrankes“ als Muster für derzeit einen weiteren Standort im 8. Bezirk bewusst gewählt, um auch einen Bezug zu Ihrer Idee und Ihrer Initiative herzustellen.”
Es gab Gespräche mit der Bezirksvertretung. Im groben war das Angeboten die Materialkosten zu übernehmen. Meine Arbeit sollte ich kostenlos einbringen, was ich verständlicherweise ablehnte.
offener Brief an die Stadtverwaltung
Sehr geehrte Herr Bürgermeister Häupl!
Sehr geehrter Herr Stadtrat Ludwig!
Trotz mehrfacher Ansuchen und Anträge erhielt das Projekt bis jetzt keinerlei Förderung durch die öffentliche Hand. Zu großen Teilen habe ich die Kosten aus eigener Tasche bezahlt, so wie ich die Schränke jeweils selbst entworfen und gebaut habe. So wie ich für die Warung sorge.
Im August diesen Jahres habe ich Ihnen bereits geschrieben und vorgeschlagen, das Projekt auf andere Bezirke auszuweiten, da mir zahlreiche Anfragen von BürgerInnen und Bezirksvertretungen vorliegen. Verständlicherweise ist es mir nicht möglich weitere Schränke auf eigene Kosten zu bezahlen.
Das von Seiten der Stadt durchaus Interesse an dem Projekt besteht, zeigt sich mir in der Umsetzung der „Bücherkabine“ am Leberberg die von den Wohnpartner verwirklicht wurde.
Leider wurde meine Anfrage bei Ihnen abschlägig beantwortet. Die MA13 etwa teilte mir telefonisch mit, dass die Stadt Wien dieses Projekt für „entbehrlich“ empfindet.
Vor einigen Tagen erfuhr ich nun, dass die MA28 im achten Bezirk einen offenen Bücherschrank errichtet. Wie man mir per Email mitteilt, bezieht man sich dabei ausdrücklich auf meine Schränke und der von mir geleisteten und finanzierten Vorarbeit. In der äußeren Form des Schrankes nimmt man sogar ausdrücklich den von mir entworfenen Schrank in Neubau als Modell.
Ich freue mich, wenn die von mir aufgegriffene Idee, die zahllose Vorbilder hat, auch in Wien auf fruchtbaren Boden fällt. Natürlich habe ich keinerlei Urheberrecht an der Idee an sich. An der tatsächlichen Umsetzung und Gestaltung des Schrankes selbstverständlich schon.
Es ist mehr als befremdlich, wenn mir die Stadt Wien mitteilt, daß sie keinerlei Interesse an dem Projekt hat, nun aber auf den fahrenden Zug aufspringt. Das Projekt fand und findet breiten und sehr positiven Zuspruch und es gibt zahllose Berichte dazu. Es ist mir sehr bewußt, daß meine Umsetzung und Öffentlichkeitsarbeit wesentlich dazu beigetragen hat.
Ich möchte mich daher ausdrücklich dagegen verwehren, wenn nun die Stadt Wien auf meine Vorarbeit aufbauen möchte und u.a. auf mein geistiges Eigentum des Entwurfes zugreift. Ich werde gegeben Falls mit allen rechtlichen und medialen Mitteln dagegen vorgehen. Meine Großzügigkeit gegenüber der Idee der Gemeingüter wurde leider in dem Sinne missverstanden, dass alle meine Leistungen selbstverständlich zur Verfügung stehen. Die Stadt Wien rühmt sich gerne ihrer Künstler, gerade deshalb sind jedoch ihre Rechte zu achten.
Ich wiederhole daher nochmals meine Einladung vom August diesen Jahres, gemeinsam an einer Ausweitung des Projektes zu arbeiten. Sofern meine Aufwände getragen werden, ist mir sehr gut vorstellbar für eine Umsetzung in einer Kleinserie zu sorgen, was natürlich erheblich kostengünstiger ist, als die derzeitigen Einzellösungen. Gerne bringe ich auch meine Erfahrungen und meine Kontakte ein, die wesentlich zu dem bisherigen Erfolg des Projektes beigetragen haben.
Im letzten Jahrhundert kann auf eine lange Geschichte des „roten Wien“ zurückgeblickt werden, in der durch die Stadt Beispielgebendes umgesetzt wurde. Es ist wünschenswert, daß auch nun wieder in einem kleineren Rahmen ein Alternativmodell des gesellschaftlichen Warenumganges verwirklicht wird.
Mit freundlichen Grüssen
Mag. Frank Gassner
Verhandlung am Mi 14.12.
Antrag auf Verlängerung
Neubau – der erste Schrank
Der erste Schrank steht Ecke Zieglergasse-Westbahnstraße, im 7ten Wiener Bezirk. Hier springt ein Eckhaus etwas zurück und bildet einen kleinen, bisher ungenutzten Platz.
Eine Station der Strassenbahnlinie 49 befindet sich in unmittelbarer Nähe.
Er wurde im Februar 2010 eröffnet und ist bis Juni 2012 genehmigt.
Sehr herzlich ist hier auch Friedrich Plöckinger von Market Vinyl, vor dessen Geschäft der Schrank steht, zu danken, der stehts ein wachsames Auge auf ihn hat.
DER SCHRANK
Der Schrank ist von zwei Seiten zu öffnen und bietet auf 3 Ebenen Platz für ca. 250 Bücher.
Der Kasten steht etwas schief.
Das ist Absicht.
Dadurch wird ein besserer Witterungsschutz erreicht.
Die Bücher fallen nicht um.
Die Türen schließen leichter und sicher.
Der Korpus besteht aus 24 mm zementgebundenen Holzfaserplatten. Die Türen sind aus kalt brünierten und lackierten Stahlprofilen mit einem bruchsicheren Kunststoffglas als Füllung.
GESTALTUNG UND UMSETZUNG
Frank Gassner hat das Projekt auf die Beine gestellt. Angewidert von dem nahezu ausschließlichen Überlassen des öffentlichen Raumes an kommerzielle Nutzungen, hat er sich um die Behördenwege, Entwurf und Bau des Schrankes, Gestaltung der Flyer usw. gekümmert, sowie die gesamte Finanzierung der Material.- und Behördenkosten übernommen und seine Arbeitszeit ebenso unentgeltlich eingebracht. Für den Schrank wurden also keinerlei öffentliche Gelder verwendet.
Die unmittelbare Umsetzung erfolgte mit Hilfe des Vereins WERKIMPULS, einer selbstverwalteten Werkstatt. Diese geht ebenfalls auf Initiative von Frank Gassner zurück.



























